Böhme-Zeitung: Kindler und Klingbeil fordern Ausbau der Amerikalinie

Artikel erschienen in der Böhme-Zeitung, am 2. Februar 2012

Als „überfälligen Schritt“ bezeichnet der hiesige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Sven-Christian Kindler, dass die ursprünglichen Pläne für die Y-Trasse nun offensichtlich von der Bahn auf Eis gelegt würden. Jetzt komme es darauf an, die sinnvollen Alternativen schnellstmöglich voranzutreiben. Dazu gehörten vor allen Dingen Schienenprojekte, wie der zweigleisigen Ausbau der Strecke Rotenburg-Verden sowie die Ertüchtigung der Amerikalinie zwischen Bremen und Uelzen.

Die Ankündigungen des Bahnchefs gingen in die richtige Richtung. Kindler kündigte an, im März Bahnchef Rüdiger Grube in einem persönlichen Gespräch in Berlin dazu zu befragen, wie die konkrete Umsetzung der Alternativplanung aussehen soll.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil aus Munster teilte mit, die Bahn habe fest zugesagt, jetzt Alternativen zur Y-Trasse offen und umfassend zu prüfen. Das sei der richtige Schritt und ein Erfolg derer, die sich vor Ort und in Initiativen beharrlich und mit guten Argumenten gegen die Y-Trasse stark gemacht hätten. Mögliche Alternativen seien bisher vom „Prestige-Projekt Y-Trasse“ blockiert worden. Auch der Ausbau der Amerikalinie müsse nun wieder in den Fokus rücken.

Bahnchef Grube habe zudem angekündigt, dass die möglichen Kosten der Y-Trasse von Seiten der Bahn jetzt den Realitäten des Planungstands angepasst würden. Klingbeil sagte, er gehe fest davon aus, dass bei dieser realistischen Kostenprognose deutlich werde, dass die Y-Trasse zu teuer und im Vergleich zu den Alternativen auch nicht effizient genug sei.

Klingbeil erwartet von der Bahn, dass sie in der weiteren Planung transparent vorgehe. Infrastrukturprojekte könnten heute nur noch mit einer offenen Informationspolitik und frühzeitiger Einbindung der Betroffenen realisiert werden. Das müsse auch eine Lehre sein aus den bisherigen Debatten um die Y-Trasse.

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