Rotenburger Kreiszeitung: Planungen auf Eis – der BBU-Chef freut sich

Artikel erschienen in der Rotenburger Kreiszeitung, am 1. Februar 2012

Die Deutsche Bahn legt die Planung für die umstrittene Y-Trasse zur Entlastung der Schienenstrecken zwischen Bremen, Hamburg und Hannover vorerst auf Eis. „Wir untersuchen derzeit Alternativen“, sagte ein Unternehmenssprecher gestern in Hamburg. „Die Bahn hat fest zugesagt jetzt Alternativen zur Y-Trasse offen und umfassend zu prüfen. Das ist der richtige Schritt und ein Erfolg derer, die sich vor Ort sowie in Initiativen beharrlich und mit guten Argumenten gegen die Y-Trasse stark gemacht haben“, reagierten der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil und der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Borngräber auf die Nachricht. Mögliche Alternativen seien bisher vom Prestige-Projekt Y-Trasse blockiert worden. Auch der Ausbau der Amerikalinie müsse nun wieder in den Fokus rücken, schreiben die beiden Abgeordneten. Bahnchef Grube habe zudem angekündigt, dass die möglichen Kosten der Y-Trasse von Seiten der Bahn jetzt den Realitäten des Planungstandes angepasst würden. „Ich gehe fest davon aus, dass bei dieser realistischen Kostenprognose deutlich wird, dass die Y-Trasse zu teuer und im Vergleich zu den Alternativen auch nicht effizient genug ist“, so Klingbeil. Er erwarte von der Bahn, dass sie in der weiteren Planung transparent vorgehe. Infrastrukturprojekte könnten heute nur noch mit einer offenen Informationspolitik und frühzeitiger Einbindung der Betroffenen realisiert werden. Klingbeil: „Das muss auch eine Lehre sein aus den bisherigen Debatten um die Y-Trasse.“

Vor dem Hintergrund der Berichte über ein Abrücken von der Y-Trasse erklärt der Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler (Grüne), Haushaltsberichterstatter für den Verkehrsetat: „Es ist ein längst überfälliger Schritt, dass die ursprünglichen Pläne für die Y-Trasse nun offensichtlich von der Bahn auf Eis gelegt werden. Jetzt kommt es darauf an, die sinnvollen Alternativen schnellstmöglich voranzutreiben.“ Dazu gehörten vor allen Dingen Schienenprojekte, wie der Ausbau der Strecke Rotenburg-Verden sowie der Amerikalinie.

Dirk Eberle, Vorsitzender der Umweltinitiative Bothel/Brockel, die sich gegen die Y-Trasse engagiert: „Wir freuen uns, dass die Bahn Alternativen prüfen möchte. Allerdings bin ich skeptisch, weil uns schon häufiger etwas versprochen wurde. Ich bin mir sicher, dass dabei nur herauskommen kann, dass die Y-Trasse in Bezug auf die Kosten und Nutzbarkeit nicht die beste Lösung ist, sondern ein Bündel an kleineren Ausbaumöglichkeiten.“

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