Gedenken an Kapitän Schneeclaus und allen Opfer rechter Gewalt

Bericht von Bündnis 90/Die Grünen (OV Stade)

„Kapitän Gustav Schneeclaus wurde vor 20 Jahren brutal von Nazis am Busbahnhof in Buxtehude totgeschlagen. Es ist wichtig sich zu erinnern, zu gedenken, zu trauern“, mit diesen Worten rief Sven Christian Kindler, grüner Bundestagsabgeordneter, am Samstag (17.03.2012) als Redner vor 250 Menschen bei der Kundgebung in Buxtehude dazu auf aktiv das Andenken an Kapitän Gustav Schneeclaus zu bewahren.

Vor 20 Jahren wurde der Kapitän Gustav Schneeclaus am 18. März 1992 von zwei rechten Skinheads am Busbahnhof in Buxtehude bei einem Streit so brutal misshandelt, dass er vier Tage später an seinen schwersten inneren Verletzungen starb. Am Samstag fanden sich rund 250 Menschen in Buxtehude zu einer friedlichen Demonstration zum Gedenken an den getöteten Buxtehuder Kapitän Gustav Schneeclaus zusammen.

Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Grünen, Linken, Sozialdemokraten, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), Kirche und Mitgliedern der autonomen Antifa-Szene hatte dazu aufgerufen.

„Nazi-Gewalt ist leider traurige Realität in diesem Land“, so Sven-Christian Kindler, der sich in Berlin auch um die Belange des Landkreises Stade kümmert. Er erinnerte daran, dass In Tostedt Stefan Silar, der Totschläger von Schneeclaus, mit seiner Nazi-Kameradschaft weiter sein Unwesen treibt. „Immer wieder werden dort linke, antifaschistisch aktive Jugendliche Opfer von Nazi-Überfällen“, betont Kindler. Er rechnet vor, dass es in Deutschland pro Tag im Durchschnitt drei rechte Gewalttaten gibt und bezieht sich auf die Recherchen der Amadeu-Antonio-Stiftung, die seit 1990 auf über 180 Menschen kommt, die durch neonazistische und rassistische Gewalt ums Leben gekommen sind. „Das macht mich wütend! Noch wütender werde ich, wenn diese menschenverachtende Gewalt auch noch verharmlost wird!“, so SvenChristian Kindler erbost.

Sven-Christian Kindler weiter: „Durch die gefährliche und falsche Extremismustheorie von Familienministerin Kristina Schröder wird leider durch die Gleichsetzung von Nazis und AntifaschistInnen Rassismus und Antisemitismus in der sogenannten Mitte der Gesellschaft verschleiert und Nazi-Gewalt verharmlost und relativiert“. Deswegen ist es nach Kindler ein starkes Signal, dass in Buxtehude 250 Menschen auf der Gedenkdemonstration zusammen gekommen sind. „Wir lassen uns nicht mit dem Extremismus-Blödsinn spalten, sondern setzen uns gemeinsam gegen Nazis und Menschenfeindlichkeit zur Wehr“, so der Grüne weiter. Er dankte den aktiven AntifaschistInnen in Buxtehude, die sich seit 20 Jahren für das Andenken und die Erinnerung an Gustav Schneeclaus engagierten. „Das gebührt großer Anerkennung“, so Kinder abschließend.

Anschließend folgte die Rede von der SPD-Landtagsabgeordnete Petra Tiemann. Sie erinnerte namentlich an weitere Opfer rechter Gewalt in Deutschland. An weitere Aktionen, die dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen waren, erinnerte Dr. Wolfgang Gessenharter in seiner Rede. Die Landtagsabgeordnete Pia Zimmermann von den Linken äußerte ihr Entsetzen über das Verhalten der Sicherheitsbehörden im Fall der Zwickauer Nazi-Terror-Zelle, die zehn Jahre lang unter den Augen von Verfassungsschutz und Polizei zehn Menschen töten konnte.

Hier der Zeitungsartikel dazu im Tageblatt

Hier der Zeutungsartikel dazu im Hamburger Abendblatt

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