Jerusalem

Von Sven-Christian Kindler und Jan Philipp Albrecht Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina: Stillstand, erneute Eskalation oder Zeitfenster für echten Durchbruch im Nahen Osten? The same procedure as every year? Wieder einmal gibt es eine neue Initiative der USA für eine Beilegung des israelisch-palästinensischen Konfliktes. Der US-Sonderbeauftragte George Mitchell wirbt derzeit im Auftrag von Präsident Obama bei den verschiedenen Partnern für den US-Nahostplan. Dieser sieht vor, die Verhandlungen auf zwei Jahre zu begrenzen, vor dem Ende des so genannten „Siedlungsmoratoriums“ die finalen Grenzen auf Grundlage der grünen 1967er-Linie festzulegen und ansonsten ohne Vorbedingungen die Verhandlungen zu starten. Der Vorstoß der US-Administration ist von entscheidender Bedeutung, denn das Zeitfenster für eine Zwei-Staaten-Lösung wird immer kleiner. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat ihre wesentliche Verpflichtung aus der Roadmap, die Terrorattentate zu stoppen, erfüllt. Aus israelischer Sicht haben daran natürlich das eigene Militär und die eigenen Sicherheitsdienste einen Anteil. Erstmals seit dem Jahr 2000 gab es im letzten Jahr keinen Selbstmordanschlag in Israel.
Jerusalem, 03. Januar 2010 Fassungslos sein. Wut empfinden und gleichzeitig trauern. Keine Worte dafür finden und ohnmächtig sein angesichts des grausamen Ausmaßes. Heute haben wir den Tag in Yad Vashem verbracht, der israelischen Gedenkstätte über die Shoa. Eindrucksvoll wird in Yad Vashem die Ermordung von 6 Millionen Jüdinnen und Juden durch die deutschen Nationalsozialisten dargestellt und wissenschaftlich dokumentiert. Aber auch der jüdischen und nicht-jüdischen WiderstandskämpferInnen wird in Yad Vashem gedacht, z.B. am Platz des Warschauer Ghettos, bei der Säule des Heldentums oder auf der Allee der Gerechten unter den Völkern. Es war mein zweiter Besuch in Yad Vashem, was übersetzt „Denkmal“ und „Namen“ heißt und sich auch im Ausstellungskonzept des Museums zeigt, in dem versucht wird den Opfern Gesicht und Individualität wieder zu geben. Nach dem Museums besichtigte ich die Kindergedenkstätte, in der die Namen, das Alter und der Geburtsort der insgesamt 1,5 Millionen ermordeten Kinder verlesen werden. Sehr verstörend, traurig, unfassbar. Das Kinderdenkmal hat mich am stärksten getroffen und bewegt. Erstmals besuchte ich auch das Tal der Gemeinden, in dem auf 107 Steinwänden die Namen von über 5.000 jüdischen Gemeinden eingraviert sind, die teilweise oder vollständig während der Shoa vernichtet wurden. Barsinghausen, Verden, Bückeburg, Wolfenbüttel, Lüneburg, Nienburg, Celle, Hannover. Es war wieder keines schönes aber ein wichtiges, ergreifendes Erlebnis. „Das Gedenken an die Vergangenheit, die Gestaltung der Zukunft“ (Botschaft von Yad Vashem).
Program of the visitit to Israel and Palestinian Territories together with Jan Philipp Albrecht MdEP from 29th December 2009 to 09th January 2010. Tuesday, 29th Dec 17.00h Briefing by Peter Pruegel (German Embassy Tel Aviv) 20.00h Dinner at the invitation of Peter Prügel: Sebastian Engelbrecht (Deutschlandfunk), Jörn Böhme (Director Heinrich Böll Stiftung Tel Aviv). Wednesday, 30th Dec 10.00h Tour, Talks and Lunch about the situation of Palestinian-Israelis in Jaffa with Sami Abu Shakde. 14.00h Talks with Green Movement (Rami Livni, Eran Ben Yemini) and Young Meretz (Ido Porat)
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