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Auf der grünen Welle in die Landeshauptstadt. Portrait in der Rotenburger Rundschau

Sven-Christian Kindler kandidiert für den Bundestag

Rotenburg (ivr). Sven-Christian Kindler verkörpert gelebte grüne Politik: Zum Pressetermin kommt der Bundestagskandidat für Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Rotenburg I/Soltau-Fallingbostel mit dem Zug. Für den Weg vom Bahnhof in die Große Straße ruft er kein Taxi, sondern bemüht seine Füße. „Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich bin autofrei aufgewachsen, mein Vater hat erst kürzlich mit meiner Schwester zusammen den Führerschein gemacht. Ich komme auch ohne Pkw sehr gut zurecht“, schmunzelt der Nachwuchspolitiker. Zurzeit wohnt er in einer Öko-WG im multikulturellen links-alternativen Stadtteil Linden in Hannover.

Der 24-Jährige ist überzeugter Veganer, isst weder Fisch noch Fleisch, will damit dem Tierleiden und dem Welthunger den Kampf ansagen. „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich weniger abwechslungsreich esse als Nicht-Veganer. Mir geht es mit der Entscheidung sehr gut. Auch gesundheitlich fühle ich mich richtig fit.“ Tofu, Bulgur, Obst, Gemüse, Saltran, Hirse, Dinkel und mehr kauft der Hannoveraner natürlich im Bioladen. Sein Porträtfoto entsteht auf Kindlers Wunsch in den Wümmeniederungen, direkt am Flusslauf. „In der Natur fühle ich mich einfach wohl und ich finde, wir alle sollten uns um sie sorgen“, gibt er mit Nachdruck zu verstehen.

Aus diesem Grund setzt er sich regelmäßig auf verschiedenen Demonstrationen für Klima- und Umweltschutz und regenerative Energien ein, blockierte bereits mehrmals friedlich den Castor in Gorleben. Seit Jahren kämpft er zudem gegen Nazis, Rassismus und Antisemitismus, besuchte im März die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel. „Konsequenter Antifaschismus ist die Grundlage für eine solidarische und weltoffene Gesellschaft, in der alle Menschen frei und gemeinsam in Frieden leben können“, sagt Kindler.

In seiner Freizeit ist der gelernte Betriebswirt gern „draußen und unter Sven in der NaturLeuten“, spielt seit sieben Jahren Fußball, ist Mitglied im Hannoveraner Sportclub. Auf die Tanzfläche und auf Konzerte ziehen in Ska- und Rockmusik sowie deutschsprachige Bands wie Kettcar und Tocotronic. Seit zehn Jahren ist er bei den Pfadfindern aktiv, leitete lange Zeit eine Gruppe. „So habe ich erfahren, was es für Kinder aus sozial schwachen Familien heißt, in unserer Gesellschaft zu leben“, erzählt Kindler. „Da herrschen krasse Unterschiede. Chancenungleichheiten zwischen Jungen und Mädchen aus wohlhabenden und weniger wohlhabenden Familien müssen beseitigt werden.“ Kinderarmut ist ein Thema, dem er sich aus diesem Grund auch politisch verpflichtet fühlt.

Apropos Politik: Kindlers Engagement begann 2003 mit dem Eintritt in die Grüne Jugend. Seit 2007 ist er Sprecher des niedersächsischen Landesverbands. Vorläufiger Höhepunkt seiner politischen Karriere war seine Nominierung zum Bundestagskandidaten im November vergangenen Jahres.

Für seinen Wahlkampf in Rotenburg und Soltau-Fallingbostel nahm er unbezahlten Urlaub und stellte sich unter anderem in Podiumsdiskussionen und an Infoständen Land und Leuten vor.
Wer jetzt glaubt, damit sei über Sven-Christian Kindler alles gesagt, irrt. Denn der weltoffene Hannoveraner steht vor allem für die Inhalte, die er künftig in Berlin vertreten möchte. Über die Landesliste hat der junge Grüne gute Chancen, in das Parlament einzuziehen. Vorausgesetzt, seine Partei erreicht bei der Bundestagswahl am 27. September neun Prozent aller Zweitstimmen. Kindler kämpft für eine gerechte Zukunft für die Jugend und gegen Kinderarmut, Jugendarbeitslosigkeit, Aus-bildungsplatzmangel. „Junge Menschen haben das Recht auf echte Perspektiven für ihre Leben“, lautet seine Devise. Zu einer ge-rechten Zukunft gehört seiner Meinung nach auch ein sozialer und ökologischer Umbau der Industriegesellschaft. Seine Maxime: „Die Wirtschaft muss grün werden.“

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