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Jugendliche Frische tut Bundestag gut. Das Sommerinterview zur Bundestagswahl 2009

Zwei junge Kandidaten der Grünen treten in Niedersachsen zur Bundestagswahl an: Philip Kossack (Stade I –Rotenburg II) und Sven-Christian Kindler (Rotenburg I – Soltau-Fallingbostel) im Interview

Redaktion: Ihr beide seid mit 20 Jahren (Philip Kossack) und 24 Jahren (Sven Kindler) noch sehr jung für einen Bundestagsabgeordneten. Was entgegnet Ihr den Stimmen, die Euch zu wenig Erfahrung unterstellen?

Sven Christian-Kindler: Cem Özdemir oder Filiz Polat sind auch sehr früh in die Parlamente gekommen und haben gezeigt, dass auch junge Menschen kompetent grüne Politik vertreten können. Heute wird über unser Leben und die Zukunft der jungen Generation abgestimmt. Eine Grundlage unserer parlamentarischen Demokratie ist ja, dass der Bundestag die gesamte Bevölkerung in Deutschland vertreten und repräsentieren soll. Philip Kossack: Jugendliche Frische tut dem überalterten Bundestag gut. Redaktion: Als junger Mensch sind Ausbildung, Studium und Schule wichtig. Was sagt Ihr zu den Studiengebühren? Philip Kossack: Ich finde die Studiengebühren asozial, denn sie schrecken vom Studium ab und sind sozial selektiv. Die Aufnahme eines Studiums darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Wir setzen uns gegen die Gebühr ein. Sven-Christian Kindler: Richtig. Die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger ist übrigens 2007 nach Einführung der Studiengebühren in Niedersachsen insgesamt gesunken. Bemerkenswert: Sie sank in keinem einzigen der gebührenfreien Länder. Redaktion: Viele Jugendliche finden keinen Ausbildungsplatz. Im Nationalen Bildungsbericht 2008 steht, dass nur wenige Hauptschüler in den ersten 6 Monaten nach Schulende eine qualifizierende Ausbildung finden. Welchen Weg seht ihr aus der Misere? Sven-Christian Kindler: Zur Zeit bilden in Deutschland überhaupt nur 23% aller Betriebe aus. Besonders große Unternehmen drücken sich oft vor ihrer Verantwortung. Wir wollen deshalb regionale und branchenspezifische verpflichtende Umlagesysteme einführen, um die Ausbildungskosten gerecht zu verteilen. Des Weiteren wollen wir die Einrichtung überbetrieblicher Ausbildungsstätten fördern. Wir setzen uns entschieden dafür ein, dass jeder Jugendliche ein Recht auf eine Ausbildung bekommt. Philip Kossack: Die Qualität der Ausbildung bleibt dadurch hoch und gesichert. Zur Zeit ist es so, dass Bildung über Teilhabe oder Ausschluss entscheidet, über sozialen Zusammenhalt, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit. Unsere Zukunft hängt entscheidend von mehr Bildungsgerechtigkeit ab. Redaktion: Rechtsextremisten versuchen seit einiger Zeit einen starken Einfluss in den Schulen zu nehmen. Was sind Eure Ansätze gegen Nazipropaganda in den Schulen? Philip Kossack: Die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in unseren Schulen darf sich nicht nur auf das Dritte Reich beschränken. Auch aktuelle rechtsextreme Ausprägungen müssen im Fokus stehen. Hier fühlen sich viele Lehrerinnen und Lehrer überfordert. Lehrerinnen und Lehrer müssen fit in diesen Themen sein, um die Schülerinnen und Schüler stark gegen rechtsextreme Einflüsse machen zu können. Wir fordern mehr spezielle Weiterbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen, Polizei und Verwaltungen. Sven-Christian Kindler: Ich finde es vor allem wichtig zu betonen, dass das Thema alle Menschen angeht. Wer wegschaut, stimmt zu. Langfristig ist neben anderen Maßnahmen vor allem die Bildungsarbeit in Schulen und zivilgesellschaftlichen Initiativen entscheidend. Für die Initiativen ist vor allem die finanzielle Unterstützung und langfristige Perspektive wichtig.

Surftipp: www.philip-kossack.de, www.sven-kindler.de

Grüne Kreisverband Stade

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