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Jung und Älter - zusammen in der Politik

Am Montag den 24. August 2009 ab 14.00 Uhr diskutierten Ingrid Lange (71 Jahre), Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover, und Sven-Christian Kindler (24 Jahre), grüner Kandidat für die Bundestagswahl am 27. September 2009, bei Pflaumenkuchen, Kaffee und Tee mit BewohnerInnen des Oekomenischen Altenzentrums Ansgarhaus in Hannover über gestern, die Probleme von heute und über die Sorgen und die Ideen für Morgen.

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Ein zentrales Thema war das ungerechte Schulsystem. "In keinem anderen Land ist der Bildungserfolg so abgängig vom sozialen Statuts der Eltern wie bei uns, " so Sven-Christian Kindler. Er kritisierte vor allem die Schulpolitik der schwarz-gelben Landesregierung in Niedersachsen, welche durch die Verhinderung von neuen Gesamtschulen, ihrem Festhalten am mehrgliedrigen Schulsystem und durch die Einführung des Turbo-Abiturs die soziale Spaltung vorantreibe. In der Diskussion erklärte der Bundestagskandidat auf Nachfrage das grüne Konzept der gemeinsamen „Neuen Schule“. „Doch woher soll das Geld dafür kommen?“ fragte eine Bewohnerin. Kindler erläuterte, dass einerseits die noch nicht verplanten Mittel aus dem Soli in einen „Bildungssoli“ umgewandelt werden sollen und andererseits hohe Einkommen, Erbschaften und Vermögen gerechter belastet werden müssen.

Auch die Chancen auf gute Gesundheit und Pflege sind ungerecht verteilt, kritisierte eine Bewohnerin des Hauses. Ingrid Lange bestätigte darauf hin, dass viele Menschen sich Sorgen machen, im Fall von Pflege, Krankheit oder Altersarmut nicht die notwendige Hilfe zu erhalten. Gleichzeitig betonte sie wie wichtig es ist, ein neues Bild vom Alter zu schaffen. "Die Vielfalt des Alters in all seinen Facetten muss gesellschaftlich wahrgenommen werden und zu einer zukunftsfähigen Altenpolitik führen. Jeder Mensch muss in allen Lebensphasen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben haben und selbstverständlich müssen wir auch diejenigen in den Blick nehmen, die aufgrund ihres Alters besonders schutzbedürftig sind," so die grüne Bürgermeisterin.

Es wurde viel diskutiert, kritisiert und gelacht. Zum Schluss waren sich die BewohnerInnen und die Gesprächsgäste darüber einig, dass dieses Treffen unbedingt wiederholt werden muss. Eine nette ältere Dame verabschiedete sich mit den Worten: "Ich wollte sowieso Grün wählen, und jetzt erst recht!"

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