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Aktiv werden statt ignorieren!

„Nazis in Norddeutschland – Erscheinungsformen und Gegenstrategien“ so lautete der Titel des Vortrags, den Helge helge-limburgLimburg, Mitglied der grünen Fraktion im Niedersächsischen Landtag, gestern Abend im Rahmen einer Veranstaltung des grünen Kreisverbandes in Stade hielt. Gleich zu Beginn seines Vortrags betonte Limburg, dass Nazis nicht mehr auf den ersten Blick zu erkennen sind. „Nicht alle Nazis tragen Springerstiefel und Bomberjacke. Sie sehen aus wie Sie und ich.“ erläuterte Limburg. So unterschiedlich wie ihr Aussehen, so unterschiedlich seien auch die Strukturen der Nazis: NPD und DVU deckten das parteipolitische Spektrum der Szene ab, sogenannte „freie“ Kameradschaften dagegen fielen häufig durch offen rechtsextreme Äußerungen und auch durch gewalttätige Übergriffe auf. Im Raum Stade kam es allein im Jahr 2007 zu 45 Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund. „Doch Fremdenfeindlichkeit sowie rassistische und antisemitistische Einstellungen sind kein Alleinstellungsmerkmal der rechtsextremen Szene. Auch in der sogenannten Mitte der Gesellschaft findet sich rechtes Gedankengut.“ Limburg verwies damit auf eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2006, in der ermittelt wurde, dass 27 % der Deutschen ausländerfeindliche Einstellungsmuster aufwiesen. Gerade in der Region Stade, in der rechtsextreme und revisionistische Strukturen und Akteure wie Adolf Damann und Gerd Schultze-Rhonhof stark verwurzelt seien, stelle dies ein Problem dar. nazis-nein-danke„Das ein Projekt wie die „Stolpersteine“ in Stade auf soviel Widerstand getroffen ist, ist ein negatives Alleinstellungsmerkmal der Region. Das Projekt wird überall sonst bis weit in konservative Kreise hinein gewürdigt“, ergänzte Sven-Christian Kindler, grüner Bundestagsabgeordneter und zukünftig zuständig für die Region Stade, in der angeregten Diskussion im Anschluss an den Vortrag. Nazis dürfe der öffentliche Raum nicht überlassen werden und vor allem die Opfer rechtsextremer Gewalt müssten geschützt und unterstützt werden. Vor diesem Hintergrund bezeichnete Kindler den Vorstoß der schwarz-gelben Bundesregierung, Rechts- und Linksextremismus gleichzustellen und Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus zu kürzen, als eine „Relativierung des Nationalsozialismus.“
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