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Yad Vashem: Gedenken, um die Zukunft zu gestalten.

Jerusalem, 03. Januar 2010

Fassungslos sein. Wut empfinden und gleichzeitig trauern. Keine Worte dafür finden  und ohnmächtig sein angesichts des grausamen Ausmaßes. Heute haben wir den Tag in Yad Vashem verbracht, der israelischen  Gedenkstätte über die Shoa. Eindrucksvoll wird in Yad Vashem die Ermordung von 6 Millionen Jüdinnen und Juden durch die deutschen Nationalsozialisten dargestellt und wissenschaftlich dokumentiert. Aber auch der jüdischen und nicht-jüdischen WiderstandskämpferInnen wird in Yad Vashem gedacht, z.B. am Platz des Warschauer Ghettos, bei der Säule des Heldentums oder auf der Allee der Gerechten unter den Völkern. Es war mein zweiter Besuch in Yad Vashem, was übersetzt „Denkmal“ und „Namen“ heißt und sich auch im Ausstellungskonzept des Museums zeigt, in dem versucht wird den Opfern Gesicht und Individualität wieder zu geben. Nach dem Museums besichtigte ich die Kindergedenkstätte, in der die Namen, das Alter und der Geburtsort der insgesamt 1,5 Millionen ermordeten Kinder verlesen werden. Sehr verstörend, traurig, unfassbar. Das Kinderdenkmal hat mich am stärksten getroffen und bewegt. Erstmals besuchte ich auch das Tal der Gemeinden, in dem auf 107 Steinwänden die Namen von über 5.000 jüdischen Gemeinden eingraviert sind, die teilweise oder vollständig während der Shoa vernichtet wurden. Barsinghausen, Verden, Bückeburg, Wolfenbüttel, Lüneburg, Nienburg, Celle, Hannover. Es war wieder keines schönes aber ein wichtiges, ergreifendes Erlebnis. „Das Gedenken an die Vergangenheit, die Gestaltung der Zukunft“ (Botschaft von Yad Vashem).

Danach sind Jan und ich auf dem Berg Herzl gegangen und haben das Grab von Theodor Herzl, dem Gründer der zionistischen Bewegung, besichtigt. Auch am Grab von Yithzak Rabin haben wir inne gehalten und dem 1995 ermordeten Friedensnobelpreisträger, großem Politiker und Menschen gedacht.

Am frühen Abend habe ich mich sehr gefreut Yehuda Bacon wieder zu sehen, den ich schon im März auf der Israelreise der Grünen Jugend treffen durfte. Yehuda hat als Kind Theresienstadt und Auschwitz überlebt. Sein Vater, seine Mutter und seine Schwester wurden in Auschwitz und Stutthof von den Nazis ermordet. Trotz dieser unvorstellbaren, grausamen Erlebnisse hat Yehuda seinen Lebensmut nicht verloren. Er strahlt eine unglaublich ansteckende positive Lebensausstrahlung aus. Der international bekannte Künstler meinte zu uns: „Es geht um Menschlichkeit. Echte Liebe kann man erleben und sie verändert einen.“

Berichte über den Tag auch bei Jan und Christoph.

Foto von der Reise nach Israel und Palästina.

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