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Rückblick auf die Sommertour 2010 – Kindler: „Berlin und die Region verbinden.“

Der zweite Teil seiner Sommertour führte den Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler durch die Landkreise Soltau-Fallingbostel, Rotenburg und Stade. Zahlreiche Gespräche, vielfältige Eindrücke und ein ganzes Themenpacket nimmt Kindler mit nach Berlin. Hier ein kurzer Rückblick auf eine ereignisreiche Woche...

Montag, 23. August 2010 – Auftakt zur Reise durch die Region

Im Rahmen seiner Sommertour durch die Landkreise Soltau-Fallingbostel, Rotenburg (Wümme) und Stade informierte sich der für die Region zuständige Bundestagsabgeordnete über aktuelle Entwicklungen vor Ort. Der erste Programmpunkt des Tages bestand aus einem gemeinsamen Besuch der Soltauer Stadtwerke mit dem grünen Kreistagsabgeordneten Dieter Wiedemann. Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Dr. Claus-Jürgen Bruhn, führte die Grünen durch die Gebäude und erläuterte im Gespräch Möglichkeiten lokaler Energieversorgung, bereits durchgeführte Projekte der Stadtwerke und die anstehenden Vorhaben bezüglich der Soltauer Therme und dem Freibad.

Direkt im Anschluss ging es in das Heidekreis-Klinikum. Dort ging es um ein für die Stadt Soltau politisch brisantes Thema. Die Geschäftsführung der Klinik möchte trotz starker Proteste der Bevölkerung die Kinderstation und die Gynäkologie im Rahmen von Umstrukturierungsmaßnahmen in das Klinikum Walsrode verlegen. „Die Vorhaltung von wohnortnaher  Gesundheitsversorgung muss überall gewährleistet werden.“, sagte der für Gesundheitspolitik zuständige Haushälter Kindler.

Zum Abschluss des Tages kamen über 50 Menschen bei netter Livemusik und vegetarisch-veganen Buffet in das Regionalbüro in Soltau zum Sommerempfang zusammen. Unter den Gästen befanden sich der grüne Kreisvorsitzende für Soltau Fallingbostel, Mathias Voges, und Grüne Stadträte aus Soltau, Walsrode, Rotenburg und Visselhövede. Außerdem waren der Kreisvorstand der Grünen aus Stade und seine Abgeordnetenkollegin aus Nienburg, Bundestagsabgeordnete Katja Keul, bei dem Empfang anwesend. Das Büro wurde Anfang des Jahres in einem alten Bauernhaus in der Soltauer Bahnhofstraße eingerichtet. Sven Kindler nutzte die Gelegenheit sein Regionalbüro und sein MitarbeiterInnen-Team aus Berlin, Hannover und Soltau vorzustellen. Soltaus Bürgermeister Wilhelm Ruhkopf (SPD) begrüßte die Anwesenden im Namen der Stadt. "Wir wollen vor Ort Präsenz zeigen und für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ansprechbar sein," so Kindler. „Dazu dient das Regionalbüro hier in Soltau und meine Besuche bei Vereinen, Unternehmen, Schulen und Initiativen in der Region.“

Dienstag, 24. August 2010 - unterwegs in Schneverdingen, Stübeckshorn und im Qellbereich der Este

In der Diakonie-Einrichtung "Lobetalarbeit" in Stübeckshorn informierte sich Sven Kindler über die Betreuung und Förderung von Menschen mit einer geistigen Behinderung. Projektleiter Rainer Kliemann stellte den Gästen die arbeit vor und skizzierte kurz die Zukunftspläne.


Einen der Schwerpunkte des Termins bildete der Besuch der zur Lobetalarbeit gehördenden Gärtnerei und der Landwirtschaft. Hier zeigte sich der Grünen-Politiker begeistert von den integrativen Anbaumethoden und der artgerechten Rinder- und Schweinehaltung. Seine Eindrücke vom Besuch in Lobetal formulierte Kindler so: "Das Leben ist mehr als Leistungsdruck und Renditemaximierung, sondern auch und vor allem Solidarität und Selbstbestimmung. Ich finde es toll, dass as hier gemeinsam gelebt wird. "

Auf Einladung der grünen Stadtratsfraktion besichte Sven-Christian Kindler den Bahnhof in Schneverdingen. Im Vorfeld hatte er sich bei einem Treffen mit Bürgermeister Kasch über den Stand der Planungen zum Umbau des Bahnhofs informiert. Einhellig begrüßten alle Beteiligten die Anstrengungen der Bahn zur Ertüchtigung der Heidebahn. (http://www.heidebahn.de/)

"Das Ziel muss es sein, im Anschluss an die Umbauten mehr Pendler zur Nutzung der Banh zu motivieren", waren sich Kindler und Bürgermeister Kasch einig. Christopher Schmidt und Sigrid Müller von der grünen Ratsfraktion sowie Dieter Wiedemann, dem Kreistagsabgeordneten aus Soltau-Fallingbostel sind allerdings kritisch, was den geplanten Umbau des Schneverdinger Bahnhofs betrifft. Deshalb schaute sich Kindler die Situation vor Ort an. "Das ist nicht benutzerfreundlich, wenn die BahnkundInnen in Zukunft Wege von 5 Minuten und mehr in Kauf nehmen müssen, um zu ihrem Fahrrad oder Auto zu kommen." so Kindler. Für alle Beteiligten des Treffens war klar: Wenn die BahnkundInnen und FahrradfahrerInnen in zukunft den Bahnübergang an der Straße gleichzeitig nutzen sollen, wird das sicher zu Engpässen und noch längeren Wegezeiten führen.

"Die Stadt Schnerverdingen investiert hier beträchtliche Beträge. Da sollte es doch von Seiten der Bahn möglich sein für die berechtigten Einwände vor Ort eine Lösung zu finden", meinte Kindler abschließend.

Ein weiteres Thema des Tages war die Situation bei der Grundwasserförderung aus der Heide durch die Hamburger Wasserwerke. der Este-Bachlauf in der Nähe von Wintermoor a.d. Chaussee ist zur zeit völlig trocken gefallen. !Wir müssen angesichts des Klimawandels auch mit der Ressource Grundwasser sparsamer und sorgsamer umgehen," so Kindler. "Ich unterstütze den Antrag der Grünen Landtagsfraktion, die Vertragslaufzeiten für die Grundwasserförderung auf 10 Jahre zu begrenzen. Außerdem sollte über eine stärkere Einschränkung der Fördermengen nachgedacht werden."


Das sieht auch Dietmer Wiedemann so: "Doe Förderungen müssen sich nach der Regionsrate des Grundwassers richten. Nur so kann eine Beeinträchtigung der Oberflächengewässer vermieden werden. Die im Antrag der Wasserwerke geforderten Mengen von 16,6, Millionen Kubikmetern liegen daher deutlich zu hoch."

Mittwoch, 25. August 2010 - Jung, grün & stachelig in Walsrode

Am dritten Tag der Tour traf Kindler TeilnehmerInnen der Qualifizierungsmaßnahme „Initiative Pro Job“ der VHS Heidekreis und SchülerInnen einer nahegelegenen Haupt- und Realschule im Werkstattschuppen der Lüneburger Eisenbahnfreunde.

Die Jugendlichen lernen hier unter fachlicher Anleitung, wie alte Eisenbahnwaggons restauriert werden und erarbeiten sich damit eine berufliche Perspektive. Anschließend besucht der junge Bundestagsabgeordnete die Ausstellung „anders?-cool!“ in der BBS Walsrode, um sich über die Benachteiligungen und Diskriminierungen, die jungen Menschen mit Migrationshintergrund in der Ausbildungszeit und Arbeitswelt erfahren, mit den Veranstaltern zu diskutieren.

Abends diskutierte Kindler, ehemaliger Sprecher der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen (GJN), mit der neugegründeten Grünen Jugend Walsrode und VertreterInnen des Landesvorstandes der GJN über die Nazi-Szene in Norddeutschland. Der junggrüne Kindler freut sich darüber, dass immer mehr Ortsgruppen in ländlichen Regionen entstehen: „Immer mehr Städte in Niedersachsen dürfen sich über Ortsgruppen der GRÜNEN JUGEND freuen. Jung, grün & stachelig ist ab jetzt auch in Walsrode angesagt.“ Im Anschluss an das Treffen der neuen Ortsgruppe gingen die jungen Grünen ins Walsroder Kino. Dort hatte Kindler einen Kinosaal gemietet, um von Quentin Tarrantino „Inglourious Basterds“ zu zeigen. In dem Film – der allerdings auf keiner historischen Tatsache beruht - bekämpft eine jüdisch-amerikanische Einheit erfolgreich die deutsche Wehrmacht und SS in Frankreich „Antifaschismus ist heute genauso wichtig wie damals. Egal ob in Walsrode oder anderswo. Keinen Meter für Nazis, Rassismus und Antisemitismus.“

Donnerstag, 26. August 2010 - von Bomlitz nach Buxtehude ...

Vorbildliches Integrationsprojekt: Auf dem Hartmannshof bei Rotenburg entstehen Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen. Der Hof soll darüber hinaus Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen. Deshalb ist auch die Kooperation mit touristischen Angeboten im Bereich des Bullensees angedacht. Auf den Flächen soll ökologische Landwirtschaft betrieben werden. Der Hartmannshof ist ein Projekt der Rotenburger Werke (http://www.rotenburger-werke.de/).

Anschließend stand der Besuch im Industriepark Bomlitz auf dem Terminplan. Dort fand ein Gespräch mit der Geschäftsführung von DowWolff Cellulosics statt. Die Geschäftsführung informierte über die Geschichte von Dow und ihre Produktpallette - Hüllen und Verpackungen. Der Bundestagsabgeordnete Kindler, der selbst Gewerkschaftsmitglied bei der IG Metall ist, diskutiere über die Rolle der Gewerkschaften und die Arbeitsbedingungen bei dem weltweit tätigen Unternehmen. Nach der Besichtigung des Werkgeländes gab es einen Abstecher in den Landkreis Stade.

In Buxtehude stellte Sven Kindler den Grünen vor Ort, der Lokalpresse und interessierten Einwohnern das Konzept seines Grünen Sanierungsplans (http://gruenersanierungsplan.de/) vor. Kindler: „Wir müssen gleichzeitig sparen, mehr einnehmen, investieren und umstrukturieren.“

Freitag, 27. August 2010 - Letzte Station der Tour: Rotenburg

Das Ende der Tour steht kurz bevor. Am letzten Tag besuchte Sven-Christian Kindler eine Einrichtung die BNVHS (Bildungswerk der Niedersächsischern Volkshochschulen e.V.) und informierte sich dort über die Arbeit mit schwer auf dem Arbeitsmarkt zu vermittelnden Menschen. Häufig genug sind davon insbesondere junge Menschen mit einfachen oder keinen Schulabschluss betroffen. Das BNVHS-Projekt "Jugendwerkstatt" versucht durch intensiven Praxisbezug den SchülerInnen das Erreichen von Ausbildungsabschlüssen zu ermöglichen.

Zum Abschluss der Tour besichtigte Kindler den Wiederaufbau der Cohn-Scheune Rotenburg. In dem Gebäude lebte und arbeitete die jüdische Familie Cohn, die von den Nazis verfolgt wurde. Die ganze Familie verließ im Jahr 1938 die Stadt. Eine Rotenburger Initiative rettete die vom Verfall bedrohte Scheune und baute sie an anderer Stelle wieder auf. Dort soll nun ein jüdisches Museum eingerichtet werden. Sven-Christian Kindler ist begeistert von diesem Projekt: "Erinnerung an jüdisches Leben muss im Stadtbild sichtbar werden. Die Cohn-Scheune ist ein wichtiger Baustein, um die Erinnerungskultur vor Ort wach zu halten."


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