Suchformular

Deister-Anzeiger: Kennzeichungspflicht für Hähnchenfleisch gefordert

Artikel erschienen im Deister-Anzeiger, am 12. Januar 2011

 

Für einen besseren Verbraucherschutz haben sich Teilnehmer und Zuhörer einer zweistündigen Podiumsdiskussion in Springe über Geflügelmast ausgesprochen. Etwa 80 Frauen und Männer unterschiedlicher Altersgruppen kamen am Montagabend zu der Veranstaltung der Springer Bündnisgrünen in die Grundschule Hinter der Burg.

Die Diskussionsrichtung war von Anfang an klar: Keine Geflügelmast in Springe, schon allein aus Tierschutzgründen. In Boitzum soll eine Mastanlage für zunächst etwa 37.800 Hähnchen entstehen. Pro-Argumente aus der Zuhörerschaft wurden nicht genannt, aber Selbstkritik. Der Verbraucher, sagte ein Mann, sei schlecht organisiert, müsse sich mehr mit Gleichgesinnten zusammentun und gegenüber dem Niedersächsischen Ministerium stärker seine Stimme erheben, das nicht nur zuständig für Landwirtschaft sei, sondern auch für Ernährung und Verbraucherschutz.

Gerd Janssen von der Springer Bürgerinitiative (BI) „Luft kennt keine Grenzen“ forderte als einer der fünf Podiumsteilnehmer eine Kennzeichnungspflicht für Hähnchenfleisch über die Haltung wie bei Eiern. BI-Mitglied Sabine Schiepanski appellierte an die Verbraucher ihre Ernährung und damit ihr Einkaufsverhalten zu verändern. Fastfood-Tiefkühlware begünstige die Massentierhaltung. Christian Meyer, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, regte auf Fleischverpackungen eine Warnbanderole ähnlich wie bei Zigaretten an: „Hähnchen kann Antibiotika enthalten“.

Lob bei der vom Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler moderierten Veranstaltung gab es von Ulrich Schmersow, umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Regionsfraktion, für die Resolution des Rates der Stadt Springe. Das Gremium fordert mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten beim Bau von Mastanlagen. Die Springer Resolution habe Vorbildcharakter für die Region, sagte Schmersow.

BI-Mitglied Sabine Schiepanski forderte eine Änderung der Subventionspolitik. Sie sagte, sie wisse um die Existenzangst von Landwirten. „Die Bürgerinitiative schießt nicht gegen einzelne Personen oder Familien.“ Doch es könne nicht angehen, dass Bürger „keine rechtliche Möglichkeit haben gegen den Einzelbeschluss eines Landwirtes vorzugehen.“

Zur Veranstaltungsbeschreibung

Verbreite diesen Beitrag!
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie hier.