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PM: Kindler mit Bundespräsident Wulff am Holocaust-Gedenktag in Auschwitz

Der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler (Bündnis 90/Die Grünen) reist am 27. Januar anlässlich des 66. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers auf Einladung von Bundespräsident Christian Wulff nach Auschwitz. An der Reise teilnehmen wird auch Dieter Graumann, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. In Auschwitz wird die Delegation unter anderem den polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski sowie Überlebende der Shoa treffen und an den Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Befreiung teilnehmen. Dazu erklärt Sven-Christian Kindler:

„Es ist für mich eine große Ehre, dass ich an der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau teilnehmen kann. Ich war schon in mehreren KZ-Gedenkenstätten in Bergen-Belsen oder Sachsenhausen und auch meine Besuche in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem haben mich tief bewegt. Aber in Auschwitz, dem größten deutschen Vernichtungslager während des Nationalsozialismus, war ich bisher noch nicht.

Unsere junge Generation ist die letzte, die noch die Möglichkeit hat mit den Überlebenden der Shoa persönlich zu sprechen. Wir haben die Verantwortung ihre Geschichte weiter zu erzählen. Eine lebendige Erinnerungs- und Gedenkkultur ist wichtig, um daraus für die Gegenwart und die Zukunft zu lernen. Damit so etwas wie in Auschwitz oder Ähnliches nie wieder passiert.

Der Schriftsteller und Auschwitzüberlebende Primo Levi hat einmal gesagt: „Es ist geschehen, folglich kann es wieder geschehen.“ Sehr viele Deutsche haben bei dem industriellen Massenmord mitgemacht und zugeschaut. Die Ursachen und die Strukturen, die Auschwitz möglich gemacht haben, sind nach der „Dialektik der Aufklärung“ von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer nicht ohne eine Kritik an der modernen, bürgerlichen Gesellschaft und der Aufklärung zu verstehen. Auschwitz war möglich in einer Gesellschaft, welche die Aufklärung durchlebt und bedeutende Denker wie Kant und Hegel hervorgebracht hat. Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus sind auch heute kein Randphänomen, sondern auch und gerade in der sogenannten Mitte der Gesellschaft zu finden. Deswegen ist es so wichtig, nicht nur gegen Nazis aktiv zu werden, sondern auch gegen Menschenfeindlichkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen vorzugehen und kritisch sich mit den aktuellen Gesellschaftsstrukturen auseinander zu setzen."

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