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SZ: Daheim aussteigen, im Ausland fördern

Artikel erschienen in der Süddeutschen Zeitung, am 31.8.2011

Die Bundesregierung hadert offenbar mit einem 1,5-Milliarden-Euro-Exportkredit für das umstrittene brasilianische Atomkraftwerk Angra 3. Eine entsprechende Kreditzusage ist schon seit einem Monat ausgelaufen und bislang nicht verlängert. Zuständig dafür ist ein 'interministerieller Ausschuss', dem außer dem Wirtschafts- und dem Finanzministerium auch das Auswärtige Amt und das Entwicklungsministerium angehören. Dieser habe nach der Atomkatastrophe in Fukushima erst Kontakt mit der brasilianischen Regierung aufnehmen wollen, heißt es nun in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen. Angra 3 ist seit den Siebzigern in Planung, viele Bauteile dafür lagern seit Jahrzehnten in Brasilien. Die Grünen fordern einen Stopp der Kreditgarantie. 'Es ist schizophren, zu Hause aus der Atomenergie auszusteigen und im Ausland neue AKW zu fördern', sagt Grünen-Haushaltspolitiker Sven-Christian Kindler. Der Atomkonzern Areva, der den Kredit in Anspruch nehmen will, hat aber schon eine Verlängerung beantragt. Der interministerielle Ausschuss soll nach SZ-Informationen noch diese Woche entscheiden.

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