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NP: Die Y-Trasse steht vor dem Aus

Neue Presse, 10.09.2011

Bis 2015 will die Bundesregierung offenbar keine neuen Verkehrsprojekte beginnen. von Heiko Randermann hannover. Angesichts knapper Kassen stehen bundesweit zahlreiche Verkehrsprojekte auf der Kippe, darunter auch die Y-Trasse in Niedersachsen. Die „Süddeutsche Zeitung“ zitierte aus einem Entwurf des Investitionsrahmenplans des Bundesverkehrsministeriums, der die Finanzierung von Verkehrsprojekten bis 2015 regeln soll.

Demnach sollen in den kommenden Jahren keine Neuprojekte mehr angefasst werden. Stattdessen empfiehlt das Papier, sich mit den knapper werdenden Finanzmitteln auf bereits begonnene Straßen- und Schienenausbauten zu konzentrieren. Die Y-Trasse sowie die Autobahnen 39 und 20 tauchen in dieser Liste nicht auf.

Die Y-Trasse ist dabei das in Niedersachsen am stärksten umstrittene Projekt. Ursprünglich gedacht, um Personenzüge zwischen Bremen, Hamburg und Hannover schneller rollen zu lassen, soll die Trasse mittlerweile vor allem für den Güterverkehr genutzt werden. „Nach unseren Schätzungen werden auf der Trasse bei voller Auslastung bis zu 134 Güterzüge pro Tag rollen“, sagt Ministeriumssprecherin Anne Neumann.

Niedersachsen setze sich daher weiter für den Ausbau der Trasse ein. Ein Sprecher des Bundesministeriums erklärte, es handele sich um einen Entwurf auf Arbeitsebene, der weder einem Staatssekretär noch Minister Peter Ramsauer (CSU) vorgelegen habe. Er betonte, es handele sich nicht um eine Streichliste.

Sven-Christian Kindler, Bundestagsabgeordneter der Grünen, hofft dagegen, dass dieser Entwurf der Anfang vom Ende der Y-Trasse ist: „Sie ist ein unsinniges und teures Großprojekt.“

Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) gibt sich dagegen gelassen: Die Anschubfinanzierung von 55 Millionen Euro sei bereits unterzeichnet. Vor 2015 sei außerdem nicht mit einem Baubeginn zu rechnen: „Dass bis 2015 noch keine Gelder zur Verfügung stehen, deckt sich mit unserem Zeitplan, denn 2015 stecken wir aller Voraussicht nach noch im Planfeststellungsverfahren.“

10.09.2011 / NP Seite 6 Ressort: NIED

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