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Die Harke: Breiter Protest gegen Hähnchenmast

Artikel erschienen in "Die Harke" am 5. Februar 2012

Wendenborstel (DH). „Was tun gegen Tierfabriken?“ Unter diesem Motto hatten die Grünen Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler (Heidekreis) und Katja Keul (Nienburg) am Dienstag zur Podiumsdiskussion ins Gasthaus Beermann in Wendenborstel eingeladen. Dort diskutierten Christian Meyer, agrarpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft für Bäuerliche Landwirtschaft, sowie Herwig zum Berge von der örtlichen Bürgerinitiative „Contra Tierfabriken Rodewald“.

Keul wies in ihrer Begrüßung auf die Sorgen vieler Menschen in der Region hin. Angesichts der gewaltigen Kapazitäten der Schlachtanlagen in Wietzen und Wietze stelle sich die Frage, wie und wo der Bedarf an neuen Ställen gedeckt werden solle: Die geplanten Mastanlagen für bis zu 80.000 Hähnchen sorgen bereits für große Empörung in Rodewald, Suderbruch und den angrenzenden Gemeinden. Nach der Begrüßung der Besucherinnen und Besucher im rappelvollen Gasthaus Beermann in Wendenborstel durch Keul und Mathias Voges (Vorstandsprecher der Grünen im Heidekreis) appellierte zunächst Eckehard Niemann an seine Berufskollegen:„Wir Landwirte dürfen uns nicht in die Abhängigkeit von den großen Agrarkonzernen begeben, sondern müssen uns gemeinsam gegen den ruinösen Wettbewerb in der Hähnchenmast stemmen. Wir wollen Bauernhöfe statt Agrarfabriken.“ Herwig zum Berge wies auf den breiten Zuspruch der „Bürgerinitiative contra Agrarfabriken in Rodewald“ hin, die innerhalb weniger Wochen bereits auf 120 Mitglieder angewachsen ist und machte deutlich: „Wir engagieren uns gegen die geplanten Mastanlage, weil sie eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt in der Region bedeuten.“

Christian Meyer, agrarpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, kritisierte, dass die Millionenförderung der schwarz-gelben Landesregierung für den Megaschlachthof in Wietze bei Celle zum Bau und zur Planung zahlreicher neuer Mastanlagen in ganz Niedersachsen führt und zeigte Alternativen für eine Grüne Landwirtschaftspolitik auf:„Wir brauchen in Niedersachsen keine weiteren Hähnchenmastanlagen, mit all den Problemen für Mensch, Tier und Umwelt, sondern stattdessen brauchen wir konsequente politische Vorgaben, die zu mehr Tier- und Umweltschutz, mehr Transparenz für die Verbraucherinnen und Verbrauchern und fairen Preisen für die Landwirte führt.“

Zahlreiche Gäste, darunter Kommunalpolitiker, Landwirte und Tiermediziner warfen in der anschließenden Diskussion eine Vielzahl von Fragen auf. Insbesondere das Problem der Keimbelastung für Anwohnerinnen und Anwohner im Umfeld von Mastanlagen wurde dabei thematisiert.

Sven-Christian Kindler, der die Veranstaltung moderierte, dankte allen Beteiligten nach mehr als zwei Stunden für eine faire, konstruktive und engagierte Debatte und betonte: „Wir Grüne engagieren uns weiterhin gemeinsam mit Verbrauchern, Umweltinitiativen und Landwirten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene für eine Agrarwende, die auf Umwelt, Tierschutz und eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum setzt.“

Bereits am vergangenen Freitag fand die nächste Veranstaltung zum Thema Tierfabriken statt: Die örtliche Bürgerinitiative hatte zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ins Binderhaus in Rodewald eingeladen.

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