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PM: Breiter Protest gegen Hähnchenmastanlage! Über 200 BesucherInnen bei Grüner Infoveranstaltung in Steimbke

Auf dem Foto von links nach rechts: Jörg Brüning (Kreistagsabgeordneter der Grünen in Nienburg), Fritz Beermann (Grüner im Samtgemeinderat Steimbke), Katja Keul (MdB), Christian Meyer (MdL), Sven-Christian Kindler (MdB), Eckehard Niemann und Herwig zum Berge

„Was tun gegen Tierfabriken? - unter diesem Motto luden die Grünen Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler und Katja Keul am 31. Januar zur Podiumsdiskussion ins Gasthaus Beermann in Steimbke ein. Dort diskutierten Christian Meyer, agrarpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft für Bäuerliche Landwirtschaft, sowie Herwig zum Berge von der örtlichen Bürgerinitiative „Contra Tierfabriken Rodewald“.

Angesichts der geplanten Mastanlagen für bis zu 80.000 Hähnchen ist die Empörung in Rodewald, Suderbruch und den angrenzenden Gemeinden groß. Nach der Begrüßung der Besucherinnen und Besucher im rappelvollen Gasthaus Beermann in Steimbke durch Keul und Mathias Voges (Vorstandsprecher der Grünen im Heidekreis) appellierte zunächst Eckehard Niemann an seine Berufskollegen:„Wir Landwirte dürfen uns nicht in die Abhängigkeit von den großen Agrarkonzernen begeben, sondern müssen uns gemeinsam gegen den ruinösen Wettbewerb in der Hähnchenmast stemmen. Wir wollen Bauernhöfe statt Agrarfabriken.“ Herwig zum Berge wies auf den breiten Zuspruch der „Bürgerinitiative contra Agrarfabriken in Rodewald“ hin, die innerhalb weniger Wochen bereits auf 120 Mitglieder angewachsen ist und machte deutlich: „Wir engagieren uns gegen die geplanten Mastanlage, weil sie eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt in der Region bedeuten.“

Christian Meyer, agrarpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, kritisierte, dass die Millionenförderung der schwarz-gelben Landesregierung für den Megaschlachthof in Wietze bei Celle zum Bau und zur Planung zahlreicher neuer Mastanlagen in ganz Niedersachsen führt und zeigte Alternativen für eine Grüne Landwirtschaftspolitik auf:„Wir brauchen in Niedersachsen keine weiteren Hähnchenmastanlagen, mit all den Problemen für Mensch, Tier und Umwelt, sondern stattdessen brauchen wir konsequente politische Vorgaben, die zu mehr Tier- und Umweltschutz, mehr Transparenz für die Verbraucherinnen und Verbrauchern und fairen Preisen für die Landwirte führt.“      

Zahlreiche Gäste, darunter Kommunalpolitiker, Landwirte und Tiermediziner warfen in der anschließenden Diskussion eine Vielzahl von Fragen auf. Insbesondere das Problem der Keimbelastung für Anwohnerinnen und Anwohner im Umfeld von Mastanlagen wurde dabei thematisiert. Sven-Christian Kindler, der die Veranstaltung moderierte dankte allen Beteiligten nach mehr als zwei Stunden für eine faire, konstruktive und engagierte Debatte und betonte: „Wir Grüne engagieren uns weiterhin gemeinsam mit Verbrauchern, Umweltinitiativen und Landwirten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene für eine Agrarwende, die auf Umwelt, Tierschutz und eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum setzt.“

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