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Rotenburger Rundschau: Gebäudesanierung im Blickpunkt - Grünen-Veranstaltung im Ratssaal

Rotenburg.  (r/ww). Bundestagsabgeordneter Sven-Christian Kindler (Grüne) hatte jüngst zu einer Veranstaltung ins Rotenburger Rathaus über die Energieeffizienzpolitik der Bundesregierung und mögliche Maßnahmen aus grüner Sicht eingeladen. Dazu hatte er Julia Verlinden, Diplom-Umweltwissenschaftlerin und Doktorandin der Uni Lüneburg, als Referentin eingeladen.

Da jedoch die Koalitionsverhandlungen auf Landesebene in Hannover, an denen Kindler als grüner Finanzexperte teilnimmt, bis in den späten Abend dauerten, musste er seine Teilnahme an der Veranstaltung in Rotenburg kurzfristig absagen. Statt Kindler begrüßte dann der Grünen-Ratsherr Ekkehard von Hoyningen-Huene die Gäste.

Verlinden führte humorvoll in ihr Thema ein und die Fülle der Informationen beflügelte den regen Gedankenaustausch mit den Anwesenden. Verlindens Einstiegsfrage lautete: „In welchem Bereich verbrauchen die Haushalte am meisten Energie?“ Nur einer hatte richtig geschätzt: 71 Prozent würden, so die Aussage, allein für Raumwärme benötigt. Folgerichtig liege dort ein großes Potenzial für Verbesserungen. Auf den Gesamtbestand von Wohngebäuden in Deutschland gerechnet, ergebe sich bei konsequenter Sanierung ein Einsparpotenzial von 60 Prozent laut Studien des Öko-Instituts.

Verlinden zeigte in ihrem Vortrag auf, dass sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt habe, bis 2050 einen „nahezu klimaneutralen Gebäudebestand“ zu erreichen, gleichzeitig werde aber dies Ziel nur zaghaft verfolgt. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) solle zwar schon bald überarbeitet und verschärft werden, bisher sei aber vor allem im Altbaubestand nur wenig für die Durchsetzung der aktuellen Verordnung getan worden.

Aus Sicht Verlindens sind das Land, die Landkreise und die Kommunen gefordert, Ideen zu entwickeln und umzusetzen, wie die Sanierung des Gebäudebestands effizienter vorangetrieben werden kann. Dafür müssten auch finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Denn Weiterbildungsmaßnahmen für das Handwerk und Architekten kosten Geld, genauso wie Energie- und Sanierungsberatungsstellen für die Bürger. „Doch gerade für die wichtige Gebäudesanierung vor Ort ist das Geld gut angelegt.“ © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG

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