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Grußwort für die Gründungsfeier des Jungen Forums Hannover in der DIG am 14.5.2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen,

toll, dass sich heute das Junge Forum Hannover gründet. Es freut mich besonders, dass die Gründungsveranstaltung in Linden ist, in dem Stadtteil, in dem ich selbst lebe. Ein passender und geschichtsträchtiger Ort: Linden, diese alte Arbeiter_innenstadt, ist auch der Geburtsort von Hannah Arendt. Hier in Linden wurde nach dem zweiten Weltkrieg von Kurt Schumacher das erste SPD-Bundesparteibüro in der Jacobstraße aufgebaut, übrigens ein Stockwerk über dem Bundesbüro der KPD. Und in Linden wurde vor 19 Jahren auch der Grüne-Jugend-Bundesverband ins Leben gerufen. Also, ein würdiger Ort für die Gründung des Jungen Forums Hannover. Umso mehr finde ich es schade und äußerst bedauerlich, dass ich nicht dabei sein kann, da wegen der Sitzungswoche im Bundestag meine Anwesenheit in Berlin erforderlich ist.

Als Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und auch als Mitglied im Jungen Forum darf ich euch auch viele Grüße von unserem Präsidenten Reinhold Robbe und von Lukas Welz, dem Vorsitzenden des Jungen Forums, überbringen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Jugendarbeit für die Deutsch-Israelische Gesellschaft – kurz DIG – elementar ist. Viele Mitglieder bei uns sind eher über als unter 35. Junge Leute heute für die Beschäftigung und die Solidarität mit Israel zu begeistern, davon hängt die Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen ab! Das Potential ist da, jährlich nehmen 9.000 junge Leute aus Deutschland an Jugendaustauschen in Israel teil. Auch meine Leidenschaft und Faszination für Israel hat sich auf einem Jugendaustausch in den Nahen Osten mit der Grünen Jugend entwickelt.

Bei meinen vielen Besuchen seitdem in Israel habe ich gesehen, wie schön Israel ist, nicht nur der Strand von Tel Aviv, auch die Wüste im Negev oder der See Genezareth. Ich habe viele Freundinnen und Freunde auf meinen Reisen gefunden und vor allem politisch gemerkt, wie komplex und differenziert die Situation vor Ort ist - sowohl innenpolitisch als auch in Bezug auf den Konflikt mit den Palästinenser_innen. Ich bin jeweils mit mehr Fragen als Antworten zurückgekommen, und das ist auch gut so. Dieses differenzierte politisches Bild von der israelischen Demokratie, in der gestritten wird, wie es sich für eine Demokratie gehört, in der es linke und rechte, progressive und konservative, zionistische, jüdisch-religiöse, säkulare, arabische Gruppen und Parteien gibt, dieses differenzierte politische Bild vermisse ich häufig in den Debatten in Deutschland. Stattdessen gibt es eine weit verbreitete „Israelkritik“ (Was bedeutet das eigentlich? Es gibt auch keine Italien – oder Ägyptenkritik). Diese sogenannte „Israelkritik“, schlägt nicht selten in Antisemitismus über. So meinen 38% der Deutschen nach einer Umfrage der Universität Bielefeld: „Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“ Angesichts dessen ist gerade in Deutschland, dem Land der Verantwortlichen für die Shoa, für mich wichtig, für die Solidarität mit Israel, für das Existenzrecht und das Selbstverteidigungsrecht des mehrheitlich jüdischen Staates einzutreten.  

Deswegen darf ich Sie und Euch zum Abschluss auf folgende Veranstaltung hinweisen: Zur Frage „Deutscher Patriotismus und das Verhältnis zu Israel sowie israelbezogener Antisemitismus“ veranstaltet die DIG Hannover in Kooperation mit mir einen Diskussionsabend mit einem Inputvortrag von Professor Dr. Salzborn von der Universität Göttingen. Die Veranstaltung ist am Dienstag, den 18.6., um 20 Uhr in der Üstra-Remise.

Das allerwichtigste aber, was ich dem Jungen Forum wünsche ist: Spaß! Ganz viel Spaß und Freude mit der Beschäftigung mit Israel und den Menschen dort. Dabei bin ich auch gerne an Bord, freue mich auf eine tolle Zusammenarbeit mit dem Jungen Forum Hannover und wünsche Ihnen und Euch noch einen schönen Abend!

 Mazel tov!  

Sven-Christian Kindler

 

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