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Stader Tageblatt: Grüne radeln auf Trasse der A 20

Artikel erschienen im Stader Tageblatt am 30.07.2013

Landkreis unterwegs (hier ein Stopp in Himmelpforten). Eidtmann

DROCHTERSEN/HIMMELPFORTEN. Sie erlebten eine sehr schöne, teils moorige Landschaft fernab der Hauptstraßen, trafen Menschen, die von den Grünen eine klare Politik gegen die Küstenautobahn erwarten und fühlten sich in ihrer Haltung gegen den Bau der A 20 voll bestätigt: Auf Einladung von Eva Viehoff aus Loxstedt starteten Bundestagsmitglieder und Kandidaten der Ökopartei am Wochenende eine Radtour auf der Trasse der geplanten Verkehrsader im Bereich des Wahlkreises 29 Cuxhaven-Stade II.

Die ersten beiden Etappen der Tour von Drochtersen nach Dedesdorf führten von Drochtersen über Engelschoff, Himmelpforten-Breitenwisch und Burweg nach Estorf und Gräpel. Von dort ging es tags drauf über HönauLindorf nach Hipstedt. Eine Fortsetzung der Aktion ist am 3. und 17. August geplant.

Bundestagsabgeordnete Eva Viehoff, die wieder für die Grünen kandidiert, möchte die Energiewende beschleunigen, gegen Massentierhaltung kämpfen und Verkehrsinfrastruktur sanieren. Die 54-jährige stellvertretende Bürgermeisterin in Loxstedt positioniert sich klar gegen die A 20, die sie ökologisch, wirtschaftlich und verkehrstechnisch unsinnig findet.

Die Radtour war ihre Idee. Mitstreiter waren am Wochenende die Bundestagsabgeordneten Sven Kindler (Hannover) und Dr. Valerie Wilms (Wedel, Schleswig-Holstein) sowie Ursula Männich-Polenz vom Vorstand des örtlichen Ortsvereins Oldendorf-Himmelpforten und Ralf und Regina Poppe aus Harsefeld. Kandidat Michael Lemke aus Buxtehude konnte wegen einer Erkrankung nicht teilnehmen.

Etwa 70 Kilometer legte der Tross zurück, mit vielen Schlenkern, Pausen und ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Es habe sich ein bisschen angefühlt wie Urlaub, beschreibt Männich-Polenz die Aktion. Die grüne Kommunalpolitikerin aus Himmelpforten kennt die Trassenführung recht genau, führte die Gruppe an.

An den diversen Haltepunkten wurden die Problem- und Konfliktlagen diskutiert, stießen kurzfristig Mitstreiter dazu – etwa von der Bürgerinitiative gegen die A 20 und dem Koordinierungskreis im Schutz- und Klagefonds. Manchmal kamen sogar Hausbesitzer zur Gartenpforte und berichteten von den Zukunftssorgen, etwa weil ihr Grundstück entwertet wird und sie das Haus nicht verkaufen können.

Für Landschaft und Landwirtschaft im Kreis Stade bedeutet die A 20 einen immensen Flächenverbrauch. Für Trasse wie auch Ausgleichsmaßnahmen müssen Orte be- und Ländereien zerschnitten werden. „Wir verlieren sehr viel an Land, Lebensqualität und Zukunftsperspektiven“, wurde den Politikern und Parteimitgliedern klar, als sie durch die ruhige Acker- und Kulturlandschaft radelten. Im starken Kontrast dazu stand eine kurze Strecke an der lauten Bundesstraße 73. Ein Vorgeschmack auf den Rauschpegel, den eine Autobahn bringen würde.

Themen waren natürlich auch der niedersächsische Koalitionsvertrag, die ungelöste Finanzierbarkeit (Sven-Christian Kindler: „Es gibt kein Finanzierungsmodell für diese Autobahn.“) und der moorige Untergrund. „Das Moor lebt, das haben wir immer gesagt“, erkennt Ursula Männich-Polenz auch als Ursache für die bereits notwendige Sanierung des A-26-Teilstückes von Stade nach Horneburg.

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