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Solidarische Landwirtschaft: Sven-Christian Kindler besucht den Weidenhof in Lünzen

 

 

Gemeinsam mit Anja Keiten (Sprecherin der Grünen im Heidekreis) und Wolfgang Schubert (Mitglied des grünen Ortsverbandes Schneverdingen) besuchte der grüne Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler am Montag, 19.8.2013, den „Weidenhof“ in Lünzen.

Der Weidenhof im Rieper Moor bei Lünzen wird von zwei jungen Familien seit 2012 ökologisch nach Demeter-Richtlinien bewirtschaftet. David Goertsches und Anke Kurpanik vom Weidenhof  führten die Besucher_innen über das Hofgelände  und stellten im Gespräch die Idee hinter dem Weidenhof vor

„Solidarische Landwirtschaft“ heißt das Stichwort, wenn die Hofbewirtschafter _innen ihre Betriebsform beschreiben. Es ist der Versuch eine bäuerliche und ökologische Landwirtschaft zu erhalten, welche die Natur und Landwirtschaft pflegt, aber ebenso den Menschen ein auskömmliches Einkommen für die Lebensführung ermöglicht.

Um aus dem Teufelskreis von Subventionsfehlanreizen, kapitalistischer Konkurrenz  und Marktdruck auszusteigen, hat der Hof aus dem Umkreis ca. 100 Mitglieder gewonnen, die einen monatlichen Festbeitrag bezahlen und dafür mit allen Produkten, die der Hof produziert, direkt versorgt werden: vom Gemüse bis zum Hühnerei. Einzelne Preise der Lebensmittel müssen so nicht mehr ermittelt werden. 

 „Die Idee private Haushalte an der Finanzierung des Hofes zu beteiligen und sie dafür mit dort produzierten Lebensmitteln zu versorgen, stammt aus den USA und nennt sich dort „Community Supported  Agriculture“,  berichtet David Goertsches.  „Wir waren überrascht schon im ersten Jahr so viele Menschen gefunden  zu haben, die unser Konzept mittragen wollten.“

 Eine tragfähige Gemeinschaft ist aber auch nötig, denn der Aufbau des Hofes steht erst am Anfang. Viele Gebäude müssen renoviert werden, manche Flächen sind noch in der Umstellung und auch die finanzielle Basis muss noch ausgebaut werden.

 Die grüne Besucher_innengruppe war begeistert von dem,  was schon jetzt zu sehen ist: Ein weitläufiger Gemüsegarten mit vielen Gewächshäusern, die Mutterkuhherde auf der Weide und nicht zuletzt die Hühner draußen mit ihrem fahrbaren Stall. Der grüne Abgeordnete Kindler lobte den Weidenhof als tolles Modellprojekt des solidarisch-ökologischen Wirtschaftens und sagte: „Gerade in der Landwirtschaft sehen wir, wie das kapitalistische System an seine Grenzen stößt und katastrophale Zustände,  wie die industrielle Massentierhaltung, hervorbringt. Der Weidenhof zeigt beeindruckend, wie eine sozial-ökologische Transformation von Ökonomie und Gesellschaft von unten vorangetrieben werden kann.“

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