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BZ: Tanklastzug an Bohrstelle Z2 schreckt Anlieger auf

Exxon: Regenwasser wird abgefahren – Widerstand gegen Verpressung formiert sich

Die Berichterstattung über einen bevorstehenden Antrag von Exxon-Mobil an das Landesbergamt (LBEG) zur Erlaubnis der Verpressung von belastetem Lagerstättenwasser an der Erdgasbohrstelle Soltau Z2 hat die Nachbarn des Areals sensibilisiert.

Am Donnerstagmittag meldete sich eine Anwohnerin der Winsener Straße bei der Böhme-Zeitung und berichtete, dass gerade ein Tanklastwagen zu besagter Bohrstelle gefahren sei. Ihr Ehemann sei dem Lkw gefolgt und habe beobachtet, dass sich der Fahrer an der Bohrstelle zu schaffen gemacht habe. Für sie stelle sich die Frage, „ob da vielleicht schon verpresst wird“.

Resolution des Rates Das verneinte der Fahrer des Lkw, den der BZ-Mitarbeiter beim Verlassen des Geländes antraf. Er fahre Regenwasser ab. Laut Exxon-Sprecher Klaus Torp ein normaler Vorgang: Das aufgefangene Regenwasser werde wie das in den Fokus geratene Lagerstättenwasser in die Erde gepumpt. „In diesem Fall auf der Einpressbohrung Gilkenheide Z 1 im Landkreis Rotenburg.“

Ungeachtet dessen formiert sich im politischen Raum der Widerstand gegen eine mögliche Lagerstättenwasserverpressung. Ebenfalls am Donnerstag haben die vier im Soltauer Rat vertretenen Fraktionen – CDU, SPD, Bürgerunion und Grüne – einen Resolutionstext vorgelegt, den das Stadtparlament am 18. September beschließen soll.

Darin wird unter anderem die Ablehnung der Gasförderung mittels Fracking deutlich gemacht und dass Soltau dafür keine Grundstücke zur Verfügung stellt. Weiter genannt wird die Forderung nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung als Voraussetzung für Gasförderungs-Genehmigungsverfahren sowie nach einer Umkehrung der Beweislast. Danach sollen die Förderunternehmen künftig nachweisen, dass aufgetretene Schäden nicht von ihnen verursacht wurden. Bürgermeister Ruhkopf soll die Resolution an den niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) mit der Aufforderung weiterleiten, das LBEG anzuweisen, den Antrag, wenn er gestellt wird, zurückzuweisen.

Aus Sicht der Fraktionen ist das die einzige Chance, das Vorhaben zu verhindern, „denn das LBEG ist dem Wirtschaftsministerium direkt unterstellt“, so Klaus Grimkowski-Seiler (BU). „Der Kreis kann nichts tun.“ Für den Rat sei klar, dass es aufgrund der heiklen Situation mit dem nahen Wasserschutzgebiet und der Sole-Heilquelle bei Soltau Z2 „auf keinen Fall eine Verpressung geben darf“. Gegebenenfalls müssten „andere Standorte“ genutzt werden, so der BU-Ratsherr. „Am liebsten wäre es uns, dass bei uns gar kein Lagerstättenwasser aus anderen Kreisen verpresst wird.“ Unter anderem mit Hinweis auf das in 1800 Meter Entfernung von Soltau Z2 gelegene Trinkwassergebiet Schüttenbusch sowie das Heilquellenschutzgebiet der Soltau-Therme lehnt der Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler (Grüne) „die Verpressung von giftigem Lagerstättenwasser“ grundsätzlich ab.

Kindler verweist auf Erkenntnisse von der Versenkbohrstelle Sottrum Z1 bei Rotenburg. Dort habe ein Fachbüro festgestellt, dass die Fließgeschwindigkeit des Lagerstättenwassers bei 240 Metern pro Jahr liegt. „Seit 1991 hat die Längenausdehnung bei Sottrum Z1 so mehr als fünf Kilometer betragen.“ Da könne man sich ausrechnen, dass nach einigen Jahren auch das Trinkwasserschutzgebiet und die Heilquelle bei Soltau mit giftigem Lagerstättenwasser verunreinigt werde. „Nicht akzeptabel“ sei der Umstand, dass die erst auf Nachfrage vom Exxon-Antrag erfahren hätten. Diese Desinformationspolitik müsse durch eine Änderung des Bundesberggesetzes beendet werden.

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