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BZ: Teurer Schnickschnack

Örtliche Bundestagsabgeordnete halten nichts von Luxus-Schreibgeräten

Heidekreis/Berlin. 2009 wurde bekannt, dass einige Bundestagsabgeordnete sich recht freizügig auf Kosten des Steuerzahlers Luxusartikel der Marke Montblanc für ihre Büros beschafft hatten. In zehn Monaten fielen so fast 70 000 Euro an. Unbekannt blieb damals, welche Parlamentarier den Betrag verursachten. Eine neue Liste nennt jetzt 115 Namen. An der Spitze steht der damalige CDU-Generalsekretär Roland Pofalla (3307 Euro), gefolgt von der ehemaligen Linken-Abgeordneten und heutigen brandenburgischen Arbeitsministerin Diana Golze (2891 Euro) und dem SPD-Oldie Otto Schily (2646 Euro). Die damals im Bundestag sitzenden örtlichen Abgeordneten Lars Klingbeil (SPD), Sven-Christian Kindler (Grüne) und Reinhard Grindel (CDU) werden nicht erwähnt.

Edle Füller sind im papierlosen Büro nur noch Statussymbole

„Mein teuerster Stift ist ein Füller für 59 Euro, den nutze ich für handgeschriebene Briefe“, erklärt Klingbeil auf Nachfrage. Ansonsten verwende er einfache Stifte, die es für zwei bis drei Euro zu kaufen gibt. „Jede Abgeordnete muss verantwortungsvoll mit der Pauschale für Bürokosten umgehen. Ich lege hier absolut keinen Wert auf extravagante Stifte“, stellt der Munsteraner klar.

So sieht es auch sein grüner Kollege Kindler. „Als Abgeordneter sollte man gewissenhaft mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger umgehen“, erklärt er. Selbst nutze er Kugelschreiber. „Zum Beispiel den einfachen vom Deutschen Bundestag, der kostet  69 Cent. Ich brauche keinen teuren Schnickschnack.“

Grindel gehört dem Bundestag nicht mehr an. Nachrückerin Kathrin Rösel findet teures Schreibgerät überflüssig. „Im Zeitalter des papierlosen Büros dient es lediglich als Statussymbol“, erklärt sie. „Mein Budget verwende ich nur für Materialien oder Geräte, die zum Arbeitsablauf nötig sind“, gibt sie sich unprätentiös.    

„Ich nutze manuelle Schreibgeräte nur für Unterschriften und in Ausnahmefällen zum Verfassen persönlicher Briefe. Dann verwende ich einen Füllfederhalter, den ich geschenkt bekam.“ Ansonsten favorisiere sie einfache Kugelschreiber, die es als Werbegeschenkgibt. ari

Quelle: Böhme Zeitung

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