Suchformular

HK: "Nachzug wichtig“. Grünen-Politiker besuchen Ankunftszentrum

BAD FALLINGBOSTEL. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler hat gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Filiz Polat, Sprecherin für Migration und Flüchtlinge der grünen Landtagsfraktion, das Ankunftszentrum Osterheide für Asylsuchende bei Bad Fallingbostel besucht. Begleitet wurden sie von der Sprecherin der Grünen im Heidekreis, Ellen Gause. Ziel des Besuches war es, sich im Gespräch mit Vertretern der Landesaufnahmebehörde (LAB-Ni) und des Bundeamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) über die Arbeitsweise und Zusammenarbeit im Ankunftszentrum zu informieren.

„Seit der Errichtung des Ankunftszentrums hat sich einiges getan. Für das informative Erstgespräch gibt es zum Beispiel inzwischen einen Gesprächsleitfaden, der hilft, die ersten Fragen der Ankommenden zu klären, Unsicherheiten und Ängste zu beseitigen und die bürokratischen Abläufe zu erläutern. Das ist wichtig, um Vertrauen zu schaffen und um die Geflüchteten bei der Bearbeitung der  Anträge auf Asyl zu unterstützen“, betonten nach ihrem Besuch die Politiker. „Wichtig ist auch, dass es nun einen Essensraum gibt. Was für viele selbstverständlich klingt, war zum Beginn der Arbeit nicht möglich. Die Geflüchteten mussten in einem Zelt essen.“ Als sehr wertvoll lobten die Grünen zudem die Einrichtungen der Johanniter: „Sie unterstützen die Geflüchteten mit dem ‚Campinski‘ als Ort des Austausches, einer KiTa und Deutschkursen.“

Da die Zahlen der Hilfesuchenden sehr zurückgegangen seien, nehme das Ankunftszentrum in Osterheide derzeit nur noch zwischen zehn und 30 Personen pro Tag auf. Die Schutzsuchenden kommen aus Syrien, Irak, Iran, auch der Türkei, wenige aus Afghanistan, Eritrea oder Nordafrika, sehr wenige aus China, Kolumbien und Nepal.

„Aus den Gesprächen mit den Geflüchteten wird schnell deutlich, dass der Familiennachzug für sie wichtig ist. Ohne Familie, weit weg der Heimat, fällt es schwer eine andere Sprache zu lernen, sind die Nächte durchwachsen, denn die Angst um die eigene Familie ist immer präsent“, stellten die Politiker fest. Aufgrund vieler Asylrechtsverschärfungen der großen Koalition sei der Familiennachzug aber nur noch für wenige möglich. Viele Geflüchtete erhielten nur subsidiären Schutz, auch Menschen aus Syrien.

Dazu erklärte Kindler: „Aus unserer Sicht ist das Aussetzten des Familiennachzugs für Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten ein schwerer Fehler. Es behindert die Integration, ist menschenunwürdig und führt zu einer hohen Klagewelle gegen die Bescheide. Als Grüne setzen wir uns für die Rücknahme dieser Bestimmung ein.“

Quelle: Heide Kurier 

 

 

Verbreite diesen Beitrag!
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie hier.