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BZ: Gause fordert Klingbeil und Rösel heraus

Bei Wahl der Grünen-Kandidatin für den hiesigen Bundestagswahlkreis setzt sich Nominierte aus Heidekreis durch

Schneverdingen. Die Grünen aus den Kreisverbänden Heidekreis und Rotenburg gehen mit Ellen Gause als Kandidatin in den Wahlkampf zur Bundestagswahl im September. Die Walsroderin setzte sich bei der Wahlkreisversammlung am Dienstagabend in Schneverdingen gegen ihre Herausforderin Birgit Brennecke aus Hemslingen durch. Gause erhielt 27 Stimmen, Brennecke 14. Damit tritt Gause am 24. September im Wahlkreis 35 Rotenburg I/Heidekreis unter anderem gegen Lars Klingbeil (SPD) und Kathrin Rösel (CDU) an.

Die Unternehmerin Brennecke warb beider Versammlung hauptsächlich mit dem regional verbreiteten Thema Fracking für sich. Sauberes Gas sei „ein Märchen“, sagte die 62-Jährige. An den Bohrstellen geschähen „Umweltfrevel“, Grenzwerte würden „zurechtgerückt“. Brennecke warnte davor, dass die Wurzeln der Grünen verloren gingen, wenn die Partei auf Bundesebene dem Fracking, den Handelsabkommen Ceta und Ttip sowie Waffenlieferungen in Krisengebiete zustimmen.

Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit im Mittelpunkt

Die Landschaftsgärtnerin Gause, Sprecherin des Kreisverbands Heidekreis, stellte den Umweltschutz und die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt ihrer Ansprache. Sie wandte sich gegen Klimawandel und intensive Nutztierhaltung und forderte eine konsequente Energiewende. Die 51-Jährige machte in Europa zunehmend gespaltene Gesellschaften aus, die nach rechts drifteten. Den Kapitalismus bezeichnete sie als „Spekulation auf Kredit“.

Kämpferische, aber auch nachdenkliche Worte fand der Hannoveraner Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler, der für die Grünen die Landkreise Heidekreis und Rotenburg mit betreut. „Vieles, was wir für selbstverständlich gehalten haben, hat sich als nicht selbstverständlich erwiesen“, sagte er. Es habe sich gezeigt, dass man auch in Europa wieder für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie kämpfen müsse.

Kindler bezeichnete Bündnis 90/Die Grünen als die einzige Partei, die mit der „Klimakrise“ in den Wahlkampf gehen werde. Die ökologische Frage sei eine soziale Frage. Der Parlamentariersprach von einer „extrem ungleichen Vermögensverteilung in Deutschland“ und kündigte das Ziel einer Vermögenssteuer für „Superreiche“ an. Sie dürften sich ihrer Verantwortung nicht entziehen. Für Kindler muss es auch Korrekturen beim Arbeitslosengeld II geben. So wollten die Grünen die Sanktionen in diesem Bereich abschaffen.

In den Kreisverbänden Heidekreis und Rotenburg haben die Grünen zusammen 186 Mitglieder. Der Kreisverband Heidekreis erweiterte seinen Vorstand um zwei Beisitzer, Gabi Kutsche aus dem Südkreis und Markus Neuefeind aus dem Nordkreis. Der Schneverdinger Neuefeind meldete sich für das Amt, da er den Nordkreis im Vorstand unterrepräsentiert sah. Mit Dietrich Wiedemann aus Soltau war bisher lediglich ein Nordkreisler dabei. Sowohl die Sprecher Ellen Gause und Dr. Hans-Peter Ludewig als auch Schatzmeisterin Monika Franke kommen aus dem Südkreis.

Quelle: Böhme-Zeitung 

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