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NP: Hofreiter schaut sich Megahub-Baustelle an

LEHRTE
Von: Katja Eggers - 18.08.2017
Prominenter Besuch in Ahlten: Anton Hofreiter, Fraktionschef der Grünen im Bundestag, hat sich am Freitagnachmittag die Megahub-Baustelle angeschaut und mit Vertretern der Bürgerinitiativen (BI) MegaLeise und StARK über Lärmschutz beim Schienenverkehr gesprochen.

AHLTEN. Um sich über die westlich von Lehrte geplante Anlage der Deutschen Bahn für den Umschlag von Waggons auf die Schiene einen Überblick zu verschaffen, hatte sich die Gruppe auf die Brücke gestellt, die über die Kreisstraße 122 führt. Maik Reiß von der BI Megaleise in Ahlten erläuterte Hofreiter dort das Hauptproblem: "Die Bahn trickst bei der Berechnung, wie laut die Anlage wird und hat falsche Lärmgutachten vorgelegt."

Die Bürgerinitiative wartet derzeit auf einen Planfeststellungsbeschluss vom Eisenbahnbundesamt. "Wir hoffen, dass beim Lärmschutz nachgebessert wird oder das Ganze in eine neue Planungsrunde geht", erklärte Reiß. Von den Grünen-Politikern erhoffte er sich, dass diese beim Thema Lärmschutz Druck auf die Deutsche Bahn ausüben.

Hofreiter erklärte, dass die falschen Lärmgutachten auf das derzeitige Lärmschutzgesetz und die Formel zur Berechnung des Verkehrslärms zurückgehen. Bei der Lärmberechnung werde vor allem die vorhandene Infrastruktur betrachtet und nicht die eigentliche Verkehrslärmbelastung. "Das Lärmschutzrecht schützt nicht den Bürger", betonte Hofreiter. Der Bund stelle zwar auch Geld für freiwilligen Lärmschutz zur Verfügung, dieses werde aber nicht abgerufen, weil die Bahn keine Planungskapazitäten dafür einsetzen wollen, sagte der Fraktionsvorsitzende.

Er plädierte für ein neues Verkehrslärmschutzgesetz. Dafür brauche man aber eine Mehrheit im Bundestag. Die aktuelle Bundesregierung wolle hingegen, dass alles beim Alten bleibe und entscheide über die Köpfe der Menschen vor Ort hinweg, sagte Hofreiter.

Den Vertretern der beiden Bürgerinitiativen aus Aligse und Steinwedel riet er, weiterhin Druck zu machen. "Wenn man was erreichen will, muss man die Lästigkeitsschwelle überschreiten", betonte Hofreiter. Dies gehe zum Beispiel über Demos, die Presse und den Besuch von Podiumsdiskussionen im Vorfeld der Landtags- und Bundestagswahlen. "Nageln Sie die Politiker fest und fragen Sie sie, ob sie sich beim Thema Lärmschutz einbringen, und wenn nicht, warum nicht", riet auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kinder.

Quelle: Neue Presse

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