Suchformular

HAZ: „Bus für Meinungsfreiheit“ wirbt für klassisches Ehemodell

Gleichgeschlechtliche Lebensweisen dürfen nach dem ultrakonservativen Bündnis nicht dieselben Rechte haben / Aktion wird von Protesten begleitet

Von: Peer Hellerling - 13.09.2017

Das ultrakonservative Bündnis Demo für alle hat mit seinem „Bus der Meinungsfreiheit“ auf dem Trammplatz Station gemacht. Die Organisatoren setzen sich auf ihrer zehntägigen Deutschlandtour für das klassische Ehemodell von Mann und Frau ein. Die Kundgebung am Dienstagnachmittag wurde von lauten Gegenprotesten begleitet, die Polizei war mit mehreren Dutzend Einsatzkräften vertreten.

„Wir kämpfen für die Familie“, sagte Hedwig von Beverfoerde von Demo für alle. Alles außer der Verbindung von Mann und Frau „kann keine Ehe sein“. Jedes Kind habe das Recht auf eine Mutter und einen Vater. Die laut von Beverfoerde „verfassungswidrige“ Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare kehre dies um – hin zum Recht aufs Kind für alle. Deshalb lehnt das Bündnis jegliche Genderideologie und den Sexualkundeunterricht in Schulen ab. „Sie kommt heutzutage viel zu früh und ist schamverletzend“, sagte von Beverfoerde mit Blick auf die Aufklärung. Rund 60 Teilnehmer folgten dem Aufruf von Demo für alle.

Bereits im November 2014 zog das Bündnis unter heftigen Protesten durch die Innenstadt. Dieses Mal hatten nach Polizeiangaben rund 210 Gegendemonstranten des Bündnisses Vielfalt statt Einfalt am ehemaligen Maritim-Hotel Stellung bezogen. Sie protestierten friedlich gegen den „Bus der Meinungsfreiheit“ und für gleichgeschlechtliche Lebensweisen. Immer wieder wurde die Kundgebung am Bus durch laute Musik gestört, und beim Gruppenfoto schlichen sich einzelne Aktivisten mit Regenbogenflaggen zwischen die Teilnehmer.

„Hannover ist bunt und vielfältig“, sagte Friederike Wenner vom Queeren Netzwerk Niedersachsen. Daher wollten die Protestler ein Zeichen gegen die Behauptungen von Demo für alle setzen. Unter den Demonstranten war auch der grüne Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler. „Wir kämpfen an jedem Tag für eine Gesellschaft, in der jeder Mensch ohne Angst verschieden sein und dies auch in Lebensgemeinschaften, Ehen und Familien gelebt werden kann“, sagte Kindler. Immerhin ist der Name „Bus der Meinungsfreiheit“ richtig, wie Friederike Wenner sagt. „Auch dumme Meinungen können frei sein.“

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 13.09.2017

Verbreite diesen Beitrag!
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie hier.