Suchformular

Wünninghof braucht mehr Zeit – Keine Fakten schaffen durch schnellen Abriss

Pressemitteilung 24.05.2019: Wünninghof braucht mehr Zeit – Keine Fakten schaffen durch schnellen Abriss

Die Anfrage des Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, stellt Erhaltungswillen der BImA für den Wünninghof in Frage.

Im Februar hatte der Bundestagsabgeordnete Sven Christian Kindler einen umfangreichen Fragenkatalog an das Bundesfinanzministerium zur Instandhaltung und Perspektive für den Wünninghof im Gemeindefreien Bezirk Osterheide gestellt. Aus der Beantwortung der Fragen geht hervor, dass die BImA den Abriss des Wünninghofes in Ostenholz für die wirtschaftlichste Lösung hält und kein Interesse daran hat das Gebäudeensemble zu erhalten.

Voraussichtlich ca. 150.000 Euro werden zurzeit für den Abriss des denkmalwürdigen Gebäudes angenommen. Vor dem Hintergrund, dass die BImA seit Übernahme des Gebäudes kaum Gelder für die Instandhaltung investiert hat und 2014 noch angenommen wurde, dass eine Grundinstandsetzung für 100 000 Euro möglich sei, fragt sich Kindler, ob so ein verantwortlicher Umgang mit staatlichem Vermögen und historisch wertvoller Bausubstanz aussehen darf: „Der Wünninghof wurde vernachlässigt. Statt die Zeit zu nutzen, um mit den Initiativen vor Ort konstruktiv über eine sinnvolle Nutzung zu beraten, hat die BImA den Wünninghof verfallen lassen. Zu lange wurde nicht investiert. Dass ein Abriss bei dem immensen Investitionsstau jetzt weniger kostet als eine Sanierung ist klar. Das ist aber kein Grund direkt abzureißen, so Kindler. „Das ist kein verantwortlicher Umgang mit öffentlichen Vermögen.“  

Auch der Sprecher der Grünen im Kreistag, Dr. Hans-Peter Ludewig, empfindet den Umgang mit dieser Immobilie, als eine Kette verpasster Chancen. Statt, dass das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die sich für den Erhalt des Wünninghofes einsetzten, gewürdigt und unterstützt wurde, wurde ihnen eigentlich seit der Übernahme des Gebäudes durch die BImA im Jahr 2007 immer wieder Steine in den Weg gelegt. 

Sicher ist es richtig, dass von Seiten der BImA darauf hingewiesen wird, dass für eine Nutzung des Gebäudes ein Nutzungskonzept nötig sei. Das ist auch im Interesse derer, die das historische Gebäude erhalten wollen. Dafür aber braucht es Zeit.

Das Vorhaben der BImA bis Ende Juli 2019 ein „Rückbaukonzept“ zu erstellen, lässt den Abriss des Gebäudes jetzt immer wahrscheinlicher werden. 

Der „Freundeskreis des Wünninghofes“ hat eine Kostenschätzung von einem Fachexperten vornehmen lassen, der eine Sicherung der Standfestigkeit und dann auch Nutzung des Gebäudes in einer Kostenschätzung für ca. 157 000 Euro für möglich hält. 

„Bevor man einen historisch unwiederbringlichen Schaden anrichtet, sollte diese Chance genutzt werden. Was es jetzt braucht sind Gespräche mit den Initiativen vor Ort, um ein Nutzungskonzept zu erstellen. Dafür muss die die BImA den Menschen vor Ort mehr Zeit einräumen“, so Kindler. 

Verbreite diesen Beitrag!
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie hier.